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Clara Obscura über Ben Marcato, 19. April 2009

 

Geboren wurde er 1951 im Ruhrgebiet, wo er auch heute noch lebt und arbeitet.

Mit elf Jahren bekommt er von seinem Vater eine Kamera geschenkt. Und bereits da werden  „Blende“, „Zeit“ und „Lichtempfindlichkeit“ zu festen Größen seines Schaffens. Die technische Seite der Fotografie fasziniert ihn von Anfang an. Getrieben von seinem Wunsch nach Perfektion arbeitet er erst ein halbes Leben lang  mit dem Medium Fotografie bevor er sich an die Öffentlichkeit wagt.

Dann allerdings trifft er den Zeitgeist. Zahlreiche Verlage und Zeitschriften, sowie Aussteller bemühen sich um seine Werke.

Seine Bilder bestechen durch eine Direktheit, durch Lebendigkeit, manchmal auch durch ihre provozierenden Inhalte. Er hasst Bilder like „Germanys next Topmodel“, er will „Echtes“ finden, er sucht die Emotion, die Freude, die Traurigkeit, vielleicht auch die Angst und natürlich die Lust in den Augen seiner Modelle. Dann werden Bilder für ihn gehaltvoll – dann hat er ein Stück „Seele“ abgelichtet.

Wahrscheinlich ist es das, was mich an seinen Bildern so fesselt...

In den letzten Jahren ist seine Bildsprache etwas „weicher“ geworden. Oder hintergründiger...? Er  fängt verstärkt Atmosphärisches ein, setzt auf subtilere Erotik, deutet teilweise nur noch an, lässt dem Betrachter mehr Interpretationsspielräume, das Betrachten seiner Werke ist dadurch noch spannender geworden – zumindest für mich.

Auf jeden Fall wird dieser Mann nicht müde neue Wege zu suchen, zu gehen, zu verwerfen. Denn so wie „Blende“ und „Zeit“ sein Tun begleiten, so sind auch Zweifel und Selbstkritik seine ständigen Weggefährten. Das treibt in voran und das macht ihn als Fotografen und Menschen so unwiderstehlich sympathisch. Bescheidenheit statt Starallüren.

Wir werden gespannt sein dürfen, was dieses rastlose Hirn noch alles hervorbringen wird.

Ich wünsche viel Freude beim Betrachten seiner Werke!

 

Clara Obscura